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Kita-Fachtage 2026: Bewegungsförderung und kindliche Emotionen im Fokus
Bewegungsförderung und Umgang mit Emotionen im Kita-Alltag – über diese grundlegenden Themen informierten sich im Februar über 140 pädagogische Fachkräfte der twsd-Kitas in der Aula der Jugendherberge am Ostkreuz.
Nach der Begrüßung durch twsd-Geschäftsführer Heiko Gustavs übernahm Dozent Maik Kretschmar. Der Heilpädagoge und Motopäde mit Lehrqualifikation Psychomotorik formulierte als Leitsatz des ersten Fachtags: Alles beginnt mit Bewegung.
Doch was bedeutet das für die pädagogische Arbeit?
Kleine Kinder erschließen sich ihre Welt über Bewegung, Wahrnehmung und eigenes Tun. Bewegung – auch Motorik genannt – ist nicht nur körperliche Aktivität, sondern auch Ausdruck von Selbstwirksamkeit und ein Meilenstein der Entwicklung. Über regelmäßige alltägliche Bewegungsabläufe entwickeln Kinder ein Körperbewusstsein, aus dem heraus sie ihr eigenes Weltbild formen.
Luftballons können Fähigkeiten fördern
Ganz im Sinne des Gedankens, „mit allen Sinnen in die Welt zu gehen“, erlebten die Teilnehmenden praxisnahe Bewegungsimpulse. Bereits zu Beginn ließ Referent Maik Kretschmar zwei Luftballons durch die Reihen weitergeben. In der anschließenden Reflexion wurde deutlich, wie viele Kompetenzen das einfache Spiel fördert – Koordination, Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit, soziale Interaktion und sprachliche Begleitung.
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Die Sinne gemeinsam fördern
Mit dieser Demonstration verdeutlichte der Referent, warum ganzheitliche Förderung von so großer Bedeutung ist. Lernprozesse basieren auf dem Zusammenspiel aller Sinne. Er hob Sprache und Kommunikation als wesentliche Bausteine für Entwicklungs- und Neukonstruktionsprozesse hervor. Um sich ihre Welt aktiv zu erschließen, brauchen Kinder außerdem Handlungsspielräume und Erfahrungen. Daher lässt sich Wahrnehmung in ganzheitlichen Handlungssituationen am besten fördern, weniger durch isoliertes Funktionstraining.
Weitere Bewegungsspiele machten die Verknüpfung verschiedener Bildungsbereiche erfahrbar. Inspirierend war etwa eine Übung mit einer Fliegenklatsche, die Schnelligkeit, Zielgenauigkeit und Konzentration fördert.
Wut, Frust und Ärger begleiten
Den zweiten Fachtag leitete Annette Bretzke, Dozentin für frühkindliche Bildung. Sie widmete sich intensiv emotionalen Prozessen im Kita-Alltag. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Was erhöht die Wahrscheinlichkeit von Wut, Frust und Ärger bei Kindern? Welche Entwicklungsbesonderheiten spielen eine Rolle? Welche Einflussfaktoren – wie Erziehungsstil, Temperament, individuelles Entwicklungstempo oder biologische Faktoren – wirken auf das emotionale Erleben?
Aus entwicklungspsychologischer Perspektive wurden sozial-emotionale, kognitive und identitätsbezogene Hintergründe beleuchtet. Die Fachkräfte reflektierten, was es bedeutet, Kinder in starken Gefühlsmomenten professionell zu begleiten, sie emotional „zu halten“ und Emotionen gemeinsam auszuhalten.
Stresspunkte – Was lässt sich ändern?
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf typischen Konflikten im Alltag – von Übergängen über Wartezeiten bis zu Regelkonflikten. Dabei wurde der Blick auf strukturelle Rahmenbedingungen gelenkt: Raumgestaltung, Materialangebot und Wechseln im Tagesablauf. Die Referentin sprach gemeinsam mit den Fachkräften darüber, wie stressauslösende Situationen erkannt, analysiert und verändert werden können. Prävention und klare Strukturen wurden als zentrale Lösungswege erarbeitete.
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In der zweiten Tageshälfte wechselte das Format in einen aktiven Austausch. An mehreren Stationen setzten sich die Mitarbeitenden eigenständig mit Themen auseinander wie:
Die offene Arbeitsform ermöglichte intensive Selbstreflexion und kollegialen Austausch. Abschließend berichteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was sie besonders bewegt hat und welche konkreten Impulse sie umsetzen möchten. |



